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StimmTheater mit Angelika Luz und ensemble pro_VOC_ation

Sonntag, 17. Januar 2016, 11:30 Uhr

Im April 1996 trat die Stiftung Domnick erstmals an die Öffentlichkeit, öffnete die Sammlung Domnick ihre Türen als Museum der abstrakten Kunst und innovatives Haus der Musik. Unser zwanzigjähriges Jubiläum ist Anlass für eine Reihe von Sonderveranstaltungen 2016, deren erste schon gleich ein Höhepunkt zu werden verspricht. Wir laden herzlich dazu ein!

Angelika Luz ensemble-pro_VOC_ation
Fotos © Oliver Röckle

StimmTheater. Mit stilistischen Sprüngen, unterschiedlichsten kompositorischen Ansätzen, einem aufgeklappten Fächer, der mit allen Schattierungen zwischen Atem, Gesang und Sprache spielt. Von vielem etwas. Gegensätze. Jung und alt. Musik und Theater. Lachen und Weinen.

Angelika Luz, die in Pressereaktionen immer wieder als „staunenswerte Vokalakrobatin mit unglaublicher Ausdruckskraft“ charakterisiert wird, gerät auf dem unsicheren Boden der Verlorenheit ins Assoziieren. Zwischen Skurrilität und Groteske, zwischen Heiterkeit und Depression schwingt und springt das Pendel. Neben den alten Meistern des Genres – Luciano Berio und John Cage – kommen Georges Aperghis und Adriana Hölszky und die junge chinesische Komponistin Huihui Cheng zu Wort.

Dass der Zusammenklang dreier Frauenstimmen einen ganz besonderen Reiz besitzt, hören wir schon in W. A. Mozarts Zauberflöte oder im Rosenkavalier von Richard Strauss. Das ensemble pro_VOC_ation, zu dem sich drei junge Sängerinnen aus Kolumbien, österreich und der Ukraine während ihres gemeinsamen Studiums der Neuen Musik an der Musikhochschule Stuttgart zusammengeschlossen haben, setzt nun die klassische Tradition in neuem Licht fort. Das tänzerische Perpetuum des jungen Brasilianers Rafael Nassif trifft auf die spirituelle musikalische Welt der arrivierten japanischen Komponistin Misato Mochizuki. Die Schwedin Karin Rehnqvist lässt in ihrem Werk ein „Tonband“ aus drei lebendigen Frauenstimmen rückwärts laufen und der ägypter Amr Okba greift in seinem theatralischen „Adid“ auf die Totenklagen seiner Heimat zurück.

Das Konzert wird von den beteiligten Sängerinnen nicht nur gemeinsam moderiert. In einer Fassung für vier Stimmen von Luciano Berios berühmter „Sequenza III“ betreten die Professorin Angelika Luz und ihre Studentinnen zum Abschluss auch gemeinsam den ‚Ring’

 

Das Programm

__Adriana Hölszky (*1953)
Monolog für eine Frauenstimme und Pauke (1977)

__Dai Fujikura (*1977)
Away we play. Trio for female voices (2010); Text von Harry Ross

__Huihui Cheng (*1985)
LaMaTaMaYaBaLaBa für Stimme und Objekte (2015)

__Karin Rehnqvist (*1957)
Davids Nimm für drei Frauenstimmen (1983)

__John Cage (1912–1992)
Aria für Stimme (1958)

__Guillaume de Machaut (um 1300–1377)
Faus Samblant m´a deceu

__Misato Mochizuki (*1969)
Halai für zwei Soprane und Mezzosopran (2009)

__Guillaume de Machaut (um 1300–1377
Puis que la douce rousée

__Amr Okba (*1972)
Adid for four female voices (2009)

__Georges Aperghis (*1945)
Récitation no. 9 für Frauenstimme (1977-1978)

__Rafael Nassif (*1984)
Ballo Padano. Moto perpetuo para voces femininas (2007)

__Luciano Berio (1925–2003)
Sequenza III für Frauenstimme (1966), Fassung für vier Frauenstimmen; Text von Markus Kutter

 

Angelika Luz, Sopran und Stimme

ensemble pro_VOC_ation:
Johanna Vargas, Sopran
Viktoriia Vitrenko, Sopran
Catherina Berzé, Mezzosopran

Angelika Luz war nach ihrer Ausbildung an der Stuttgarter Musikhochschule (Gesang und Klavier) als Koloratursopranistin an zahlreichen Bühnen (darunter Deutsche Oper Berlin, Staatsoper Hamburg, Opernhaus Zürich) Europas engagiert. Ihr Rollenspektrum reicht von Monteverdis Poppea über Mozarts Königin der Nacht bis zum Musiktheater und Schauspiel der Gegenwart. Zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen und Auftritte bei allen wichtigen internationalen Festivals dokumentieren die Hinwendung der Sängerin zur zeitgenössischen Musik, wo sie neben solistischen Auftritten und Solo-Performances bis 2006 auch mit den Neuen Vocalsolisten in musikalischer und experimenteller Arbeit verbunden war und in enger Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Komponisten unzählige Uraufführungen gesungen hat. Als Dramaturgin und Regisseurin hat sie über 40 Produktionen mit vorwiegend freien szenischen Arbeiten zeitgenössischer Kunst erarbeitet.

Als Professorin betreut sie seit 2007 den Studiengang Master Neue Musik/Gesang an der Musikhochschule Stuttgart. Seit 2011 leitet sie dort das „Studio für Stimmkunst und Neues Musiktheater“. Ihre Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Neue Musik für Stimme vermittelt sie zudem international in Meisterklassen und Workshops. Weitere Informationen: angelika-luz.de sowie www.mh-stuttgart.de/de/studios-und-ensembles/studios/studio-fuer-stimmkunst-und-neues-musiktheater/

 

ensemble pro_VOC_ation
Die Sängerinnen Johanna Vargas, Viktoriia Vitrenko und Catharina Berzé mit ihrer unterschiedlicher kulturellen Herkunft arbeiten seit wenigen Monaten in dem neu gegründeten ensemble pro_VOC_ation zusammen. Hier treffen kolumbianisches Charisma, ukrainische Lyrik und österreichischer Charme aufeinander. In der Erarbeitung Neuer Musik für Frauenstimmen verbinden sie ihre je eigenen Erfahrungswelten zu einem gemeinsamen Ganzen. Dabei stehen die Musik der Gegenwart und die Zusammenarbeit mit jungen Komponistinnen und Komponisten aus allen Kontinenten im Fokus ihres Interesses.

Sämtliche Möglichkeiten der Stimme auszuloten, das breite Spektrum der Stimmfarben einzusetzen und mit theatralischen Elementen die Konzertform zu erweitern sind die wesentlichen Bausteine im Profil von ensemble pro_VOC_ation.

ensemble-pro_VOC_ation
Foto © Oliver Röckle

 

Viktoriia Vitrenko ist Sängerin und Dirigentin. Nach Abschluss ihres Dirigenten-Studiums bei Viktor Petrychenko an der National Musikakademie der Ukraine 2012 absolvierte sie 2015 ihren Bachelor in Chordirigieren bei Prof. Denis Rouger an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Seit April 2014 studiert sie dort bei Prof. Angelika Luz und Prof. Georg Nigl im Masterstudiengang Neue Musik/Gesang.

2013–2014 trat Viktoriia Vitrenko mit dem von ihr gegründeten und geleiteten Frauenvokalensemble Making waves (Ukraine) u. a. in Großbritannien, Norwegen, Frankreich, Mazedonien, Griechenland und Russland auf und errang zahlreiche Preise bei renommierten Wettbewerben (u. a. Florilege vocal de Tour 2014, 3. Preis; Ohrid Choir Festival 2013, 1. Preis).

Viktoriia Vitrenkos Verpflichtungen gehen in viele Richtungen. Im Musiktheater etwa agierte sie als Sängerin in György Kurtágs Kafka-Fragmenten und gewann damit 2015 einen Förderpreis beim Wettbewerb für die Interpretation der Neuen Musik der Hochschule für Musik Karlsruhe. Im Kammermusik-Ensemble sang und dirigierte sie Luigi Nonos Quando stanno morendo, und im Konzertsaal trat sie als Florinda in G. F. Händels Rodrigo auf. Als Chordirigentin dirigiert sie im Rahmen des Dirigentenforums des Deutschen Musikrates professionelle Rundfunk- und Kammerchöre; beim Festival Sommer in Stuttgart wirkte sie als musikalische Leiterin des Musiktheaterprojekts Honigland mit.

 

Johanna Vargas, in Kolumbien geboren, studiert Johanna Vargas derzeit im Masterstudiengang Neue Musik/Gesang bei Prof. Angelika Luz und Prof. Georg Nigl an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Mit Diplom absolvierte sie ihre künstlerische Ausbildung im Hauptfach Gesang bei Prof. Maria Kowollik an der Hochschule für Künste Bremen und schloss an der Hochschule für Musik Karlsruhe ihr Masterstudium in Liedgestaltung bei Prof. Mitsuko Shirai und Prof. Hartmut Höll ab. Weitere Anregungen erhielt sie in Meisterklassen mit Wolfgang Rihm, Daniel Gloger und Thomas Hampson.

In den letzten Jahren errang Johanna Vargas verschiedene Preise im Bereich der Neuen Musik, darunter 2015 den 2. Preis beim Hanns Eisler Aufführungspreis der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Sie ist Stipendiatin zahlreicher deutschlandweiter Förderungen. Als Mitglied des KrausFrink Percussion-Ensembles hat sie 2015 bei den Audi Sommerkonzerten in Ingoldstadt mitgewirkt. Auf der Operbühne konnte man Johanna Vargas als Zerlina in Mozarts Don Giovanni im Lyric Opera Studio Weimar sowie als Gretel in Humperdincks Hänsel und Gretel in der Shakespeare Company Bremen sehen.

 

Catherina Pamela Berzé begann mit 13 Jahren ihre Gesangsausbildung und setzte diese später an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien und der Anton Bruckner Privatuniversität Linz bei William Mason fort. An der Hochschule Luzern studierte sie nach einem Auslandsemester weitere zwei Jahre bei Liliane Zürcher. Seit 2015 ist sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Prof. Angelika Luz und Prof. Georg Nigl eingeschrieben. Zusätzliche Anregungen erhielt sie in Meisterkursen u.a. bei Beverly Blankenship, Ton Koopman, Margreet Honig, Kurt Widmer, Manfred Mayrhofer, Vivian Hanner und Maria Husmann.

Bereits im Alter von 17 Jahren wirkte Catherina Pamela Berzé als Solistin in Susie Selfs EIS für Orchester und Stimme mit; ab 2009 konnte sie sich ihrem Interesse für Neue Musik in zahlreichen Uraufführungen (u.a. Till Körbers Oratorium De Curro Igneo, Gunter Waldeks Stabat Mater, Franz Hummels Schauspieloper Fouché) widmen.

Auf der Opernbühne war Catherina Pamela Berzé u. a. als Hänsel in Humperdinks Hänsel und Gretel, als Orpheus in Glucks Orpheus und Eurydike, als Cherubino in Mozarts Le Nozze die Figaro sowie als 3. Dame in Mozarts Die Zauberflöte zu sehen; ihr Liedprogramm reicht von Händel bis Stockhausen.

Auftritte führten die Sängerin nach österreich, Deutschland, Frankreich und die Schweiz, so u. a. an die Wiener Staatsoper, den Wiener Musikverein, das Brucknerhaus Linz das Stadttheater Bad Hall und das Luzerner Theater.

 

 

Karten zu 20 € / ermäßigt 15 € sind, wie gewohnt, nur im Vorverkauf erhältlich:
Stadtbüro der Nürtinger Zeitung, Am Obertor 15, D-72622 Nürtingen
Telefon: 07022 - 9464 - 150 / E-Mail: stadtbuero@ntz.de
Öffnungszeiten: MO-FR 8-18 Uhr, SA 8-12:30 Uhr
Bei Bankabbuchung und Versand der Karten fällt seitens der Vorverkaufsstelle eine Bearbeitungsgebühr von 3 € an.

 

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