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Neue Musik bei Domnick
Marcus Weiss, Sopransaxophon solo:
Giorgio Netti – Necessità d’interrogare il cielo (1996-2000)
Samstag, 20. November 2004, 18.00 Uhr

Mit Giorgio Nettis vierteiligem, gut einstündigem Zyklus für Sopransaxophon solo, dargeboten von Marcus Weiss, erwartet Sie ein Ereignis. Dies ist nicht zu viel versprochen. Komponist wie Interpret bewegen sich an den Rändern des instrumentaltechnisch Möglichen, erzeugen einen atmosphärischen Klangweltenraum, den man mit jenem von Adolph Sax 1846 erfundenen chromatischen Orchesterinstrument kaum in Verbindung bringt, eher mit den meditativ ausfasernden, ineinander verwobenen Klängen einer japanischen Shakuhachi. Bei der Befragung des Himmels , wie sie Giorgio Netti im Titel seiner Komposition fordert, wird Marcus Weiss nicht nur den innersten Innenraum seines Instrumentes klanglich durchmessen, sondern auch – das Haus durchschreitend – den architektonischen Raum zur Gänze durchklingen. Marcus Weiss spielt somit quasi zwei Instrumente in einem, Giorgio Nettis Komposition »verräumlichend«. Ein Generalthema der diesjährigen Donaueschinger Musiktage findet also, mit Verlaub, auf der Oberensinger Höhe an diesem Spätherbstnachmittag eine weitere, fulminante Durchführung.

Marcus Weiss, 1961 in Basel geboren, studierte Saxophon an der Musikhochschule Basel bei Iwan Roth und an der Northwestern University, Chicago, bei Frederick L. Hemke. Als Solist wie als Mitglied u.a. des Trio Accanto (mit Yukiko Sugawara/Klavier, Christian Dierstein/Perkussion) und des Saxophonensembles XASAX in Paris hat er internationales Ansehen erlangt. Mit einer Vielzahl von Uraufführungen neuer Werke tragen er und seine kammermusikalischen Formationen dazu bei, das Repertoire des Saxophons zu erweitern. Besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit von Marcus Weiss mit den Komponisten Salvatore Sciarrino und Giorgio Netti ( 1963). Am Entstehungsprozess von Nettis 1996 begonnenem, im Jahr 2000 abgeschlossenem Zyklus Necessità d’interrogare il cielo hatte Marcus Weiss maßgeblichen Anteil. Weitere Informationen bietet das Internet unter www.marcusweiss.com.

Der SWR schneidet das Konzert mit.
Herrn Hans-Peter Jahn sei herzlich für die erneute Kooperation gedankt!

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