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Ottomar Domnick zum 100. Geburtstag

Freitag, 20. April 2007, 19.00 Uhr
Cello 1707–1907–2007

Festkonzert zum Gedenken des 100. Geburtstags von Ottomar Domnick
Peter Buck, Eva Zahn, Mischa Meyer, Katarzyna Krzyminska: Violoncello
Saeko Takayama: Violine
Polina Jakovleva: Klavier

Das Violoncello war Domnicks Instrument. Als Kind spielte er es im väterlichen Streichquartett, in reifen Jahren erwarb er ein Meisterstück von Carlo Giuseppe Testore, 1707, und nahm Stunden bei Peter Buck, dem Cellisten des berühmten Melos-Quartetts. Internationale Cellosolisten gastierten auf der Oberensinger Höhe. Aber auch der Nachwuchs wurde von Ottomar Domnick gefördert: Noch zu Lebzeiten setzte er den attraktiv dotierten "Domnick-Cello-Preis" für junge Solisten ein, dessen Jury Professor Buck in den Jahren 1999 und 2001 vorstand. Sein kostbares „Testore“ überantwortete er testamentarisch der Landessammlung Streichinstrumente Baden-Württemberg, die es auf Zeit in die Hände hochbegabter Studierender zur deren künstlerischer Weiterentwicklung gibt..
Es ist uns eine große Freude, zu unserem Jubiläumskonzert das "Testore", Peter Buck und zwei der Stipendiaten der Landessammlung Streichinstrumente, Mischa Meyer und Eva Zahn, auf der Oberensinger Höhe vereinen zu können. Bei unserem anspruchsvollen, reichen Programm werden sie unterstützt von drei herausragenden jungen Instrumentalisten aus dem Energiefeld der Musikhochschule Stuttgart: Saeko Takayama (Lotus String Quartet), Polina Jakovleva und Katarzyna Krzyminska.

David Funck (1630–1690)
__ Suite für vier Violoncelli

Mel Bonis (1858–1937)
__ Soir/Matin für Klaviertrio, 1907

Johann Sebastian Bach (1685–1750)
__ Suite für Violoncello solo aus BWV 1007-1012, um 1717-20

21. Jahrhundert
__ Komposition für Violoncello solo

Max Reger (1873–1916)
__ Klaviertrio e-moll, op. 102, 1907

Die Ausführenden

Peter Buck wurde als Sohn des bedeutenden Klavierpädagogen Paul Buck (1911–2006) in Stuttgart geboren. Seinen ersten Cellounterricht erhielt er beim Cellisten des Wendling Quartetts Alfred Saal und dessen Sohn Gerhard Saal. Sein Studium absolvierte er an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst bei Alfred Gemeinhardt und in der Meisterklasse von Ludwig Hoelscher. Im Anschluss daran vertiefte er seine Studien bei Pierre Fournier, dem er wesentliche künstlerische Impulse verdankt. 1961 wurde er Preisträger beim Deutschen Hochschulwettbewerb in München. Im selben Jahr begann seine Orchestertätigkeit beim neugegründeten Württembergischen Kammerorchester, dem er bis 1967 als Solocellist angehörte.
Als Gründungsmitglied des Melos Quartetts, das sich als Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe sehr rasch profilierte, begann 1965 eine beispiellose künstlerische Tätigkeit auf allen Konzertpodien der Welt. Zahlreiche preisgekrönte Schallplatten- und CD-Einspielungen dokumentieren die vierzigjährige außergewöhnliche Karriere des Quartetts. Viele Ehrungen, darunter die Ehrenmitgliedschaft im Verein Beethoven Haus in Bonn und die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes würdigen die Leistung Peter Bucks.
Seine weltumspannende Musikerlaufbahn vervollständigt Peter Buck als leidenschaftlicher und erfolgreicher Pädagoge. Seit 1980 leitet er als Professor eine Meisterklasse für Violoncello und Kammermusik an der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart. Er ist ein gefragter Dozent und Juror bei internationalen Meisterkursen und Wettbewerben. Im Oktober 2004 wurde er zum Gastprofessor der Musikhochschule von Shenyang, China ernannt.
1992 gründete er als künstlerischer Leiter den Oberstdorfer Musiksommer. Beim Internationalen Klassikfestival im Allgäu verbindet er eine intensive Nachwuchsarbeit, bestehend aus Meisterkursen und verschiedenen Konzertpodien für junge Musiker, mit einer Reihe hochkarätig besetzter Konzerte. Sein von hohem Idealismus geprägtes Engagement für den Oberstdorfer Musiksommer und das Allgäuer Kulturleben wurde im Oktober 2004 mit dem Förderpreis der Dr. Dazert-Stiftung ausgezeichnet.

Mischa Meyer, 1982 in Baden-Baden geboren, erhielt seinen ersten Cellounterricht 1995 bei Dita Lammerse. Ein Jahr später wurde er Vorschüler an der Musikhochschule Karlsruhe bei Prof. Martin Ostertag, bei dem er ab dem Wintersemester 2002/2003 auch regulär studierte. Zum Wintersemester 2004/05 wechselte er zu Prof. David Geringas an die Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, wo er 2006 sein Diplom erhielt.
Mischa Meyer ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe, u.a. gewann er zwei erste Bundespreise bei “Jugend musiziert” (solo und im Quartett), zweite Preise beim Internationalen David-Popper-Wettbewerb in Várpalota/Ungarn (1999) und beim Wettbewerb des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (2003) sowie erste Preise beim Violoncello-Wettbewerb in Liezen/ Österreich (1998) und beim Internationalen Johannes Brahms-Wettbewerb in Pörtschach/Österreich (2002). Beim Grand Prix Emanuel Feuermann 2006 erhielt er einen Sonderpreis für die beste Interpretation des Pflichtstückes von Volker David Kirchner, und im März dieses Jahres wurde ihm der Preis des Deutschen Musikwettbewerbs, Berlin, in der Kategorie Solocello zuerkannt.
Seit 2003 wird Mischa Meyer von der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert, er ist zudem Stipendiat der “Villa Musica” Rheinland-Pfalz und der Landessammlung für Streichinstrumente Baden Württemberg, aus deren Instrumentenschatz er das von Ottomar Domnick überlassene Barock-Cello von Carlo Giuseppe Testore von 2000 bis 2004 spielte.
Mischa Meyer ergänzt sein Studium durch Meisterkurse, u.a. bei Janos Starker, Wolfgang Böttcher, Lynn Harrel, Gustav Rivinius und Steven Isserlis und spielte bereits mit der Augsburger Philharmonie, dem Rastatter Kammerorchester, dem Kyoto-Kammerorchester und der Polnischen Kammerphilharmonie. Darüber hinaus gibt er regelmäßig Solokonzerte mit der Baden-Badener Philharmonie.

Eva Zahn Stipendiatin der Landessammlung Streichinstrumente, hat soeben ihr Studium an der Musikhochschule Basel mit Diplom und Auszeichnung bestanden. Zu unserem großen Bedauern kann sie jedoch nicht wie vereinbart bei unserem festlichen Konzert mitwirken. An ihrer Statt begrüßen wir Lorenz Härtl – ein junger Meistercellist auch er. Eva Zahn wird in der zweiten Jahreshälfte mit dem Testore-Cello von Ottomar Domnick zu einem Solorecital zu uns nach Nürtingen kommen.

Lorenz Härtl, 1984 in Weilheim geboren, erhielt mit sechs Jahren Klavierunterricht und fing mit acht Jahren das Violoncellospiel an. Seine Lehrer waren Wolfram Dierig, Cellist im BR-Rundfunk-Orchester, und von April 2001 bis Juli 2004 Prof. Peter Buck. Seit April 2005 studiert er bei Prof. Jean-Guihen Queyras an der Musikhochschule Stuttgart.
Lorenz Härtl gewann mehrere Preise beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ und besuchte Meisterkurse bei Anner Bylsma, David Geringas ,Wen-Sinn Yang, Ulf Tischbirek, Walter Nothas u.a. Darüber hinaus wirkte er bei Rundfunkaufnahmen des Bayerischen Rundfunks mit. Im März dieses Jahres wurde er in der Reihe „Roche fördert Klassiktalente“ als Klassiktalent 2007 ausgezeichnet.

Polina Jakovleva wurde 1979 in Sankt Petersburg geboren. Seit ihrem sechsten Lebensjahr besuchte sie die Petersburger Spezialmusikschule für hochbegabte Kinder, die sie 1997 mit dem Erhalt der höchsten Auszeichnung, der Goldenen Medaille der Russischen Föderation, abschloss. Auf Grund ihrer Begabung wurde sie ohne Aufnahmeprüfung in das Sankt Petersburger Konservatorium aufgenommen. 2002 beendete sie ihr Studium mit Auszeichnung.
Polina Jakovleva trat erfolgreich bei internationalen Konzerten, Festivals und Wettbewerben auf, u.a. bei „Virtuosi per Musica di Pianoforte“ in Tschechien 1991, bei dem sie den 3. Preis gewann. 1996 erhielt sie einen Sonderpreis beim Rachmaninov-Wettbewerb und 2002 den 1. Preis beim Beethoven-Wettbewerb für Kammermusik, beide in Russland. 2005 war sie Stipendiatin der Richard-Wagner-Stipendienstiftung.
Seit dem Wintersemester 2003 studiert Polina Jakovleva Klavier an der Musikhochschule Trossingen bei Prof. Reinhard Becker.
Sie war Mitglied der Liedklasse bei Prof. Konrad Richter, später bei Prof. Cornelis Witthoefft an der Musikhochschule Stuttgart, wo sie derzeit Kammermusik bei Prof. Florian Wiek studiert.
Als Solistin, Kammermusikpartnerin und Begleiterin hat Polina Jakovleva sich schnell einen Namen gemacht. Ihre Konzerte führten sie auf namhafte Bühnen in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Italien. Mehrfach hat sie bei Aufführungen der Bachakademie Stuttgart mitgewirkt, u.a. unter der Leitung von Helmuth Rilling.

Saeko Takayama, geboren in Kyoto, absolvierte ihr Violinstudium an der Tokyo National University of Fine Arts and Music (Geidai) bei den Professoren Kazuki Sawa und Wolfgang Marschner. 2001 bestand sie das Probespiel für ein Solokonzert des Tokioter Kultursaals für junge Künstler. Nach Deutschland gekommen, spielte sie ab 2002 Violinkonzerte mit dem Loh-Orchester, Sondershausen. Im gleichen Jahr gewann sie einen Sonderpreis der Deutschen Spohr-Akademie beim 3. Internationalen Marschner-Wettbewerb in Freiburg und 2004 den dritten Preis beim Internationalen Johannes-Brahms-Wettbewerb für Kammermusik mit Klavier in Pörtschach/Österreich. Saeko Takayama nahm an vielen berühmten Musikfestivals teil (u.a. Meisterklasse des Schleswig-Holstein Musikfestivals bei Christian Tetzlaff und Orchesterakademie des Lucerne Festivals unter der Leitung von Pierre Boulez). Ferner bekam sie den Labberté-Hoedemaker-Preis beim Peter de Grote Festival in Holland sowie Diplom und Stipendium der EAMA Summer Music School, Paris. Inzwischen hat Saeko Takayama viele Erfahrungen in Japan und Deutschland gesammelt als Orchestermusikerin (Staatstheater Stuttgart, Junge Deutsche Philharmonie u.a.) und als Kammermusikerin im Duo, Klaviertrio und Streichquartett (u.a. Lotus Quartet). An der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart studierte sie bei Prof. Wilhelm Melcher, dem 2005 verstorbenen Primarius des Melos-Quartetts, sowie bei Prof. Christine Busch. Im Februar 2007 schloss Saeko Takayama ihre künstlerische Ausbildung mit Auszeichnung ab.

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