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Vortrag:  Der Architekt Paul Stohrer – Einblicke in sein Werk
Regierungsbaumeisterin Dipl.- Ing. Architektin Ursula Grammel, Stuttgart
Samstag, 24. November, 16.30 Uhr

Ottomar Domnick und Paul Stohrer 1967

Kongenial und freundschaftlich, "in einer Symbiose" zwischen Bauherrn und Architekt entstand 1966/67 das Privatmuseum für Domnicks Sammlung; es ist eines von Paul Stohrers besten Werken. 1909 in Stuttgart geboren, 1974 in Stuttgart gestorben, zählte Stohrer in den 1950er bis 1970er Jahren zu den prominenten und erfolgreichsten Architekten dieser Stadt.

Er nutzte in der Phase des Wiederaufbaus nach 1945 die Gunst der Stunde für seinen beruflichen Aufstieg, der mit dem Aufwind der Wirtschaftswunderjahre zu einer Blütezeit in seinem architektonischen Schaffen führt. Heute ist sein Name aus dem Gedächtnis der (Fach-) Öffentlichkeit weitgehend verschwunden. Wenig bekannt ist, dass viele seiner Bauten das Erscheinungsbild von Stuttgart deutlich mit geprägt haben.

Stohrer war durch den Bau mehrerer Theater und Filmtheater mit der Theater,- Film- und Glamourwelt vertraut und baute exklusive Einfamilienhäuser für Bauherrn aus der Szene. Sein Auftragsrepertoire umfasste darüber hinaus vornehmlich Geschäfts-, Verwaltungs- und Fabrikgebäude sowie Inneneinrichtungen für Restaurants und Läden.

Sein architektonisches Werk kann in bestehende Kategorien der zeitgenössischen Baugeschichte nicht eingeordnet werden. Er geht mit seinem Stil- und Formenrepertoire eigene Wege, Einflüsse seines großen Vorbilds Le Corbusier, sowie von Oscar Niemeyer und anderen sind jedoch erkennbar.

Als Professor für Entwerfen und Innenraumgestaltung an der Staatsbauschule Stuttgart begeisterte er mit seiner unkonventionellen Art des Lehrens Generationen von Studierenden. Stohrer gehört dem Typus des "Künstlerarchitekten“ an. Er verstand Architektur nicht nur als eine künstlerische Aufgabe, sondern er war auch Künstler, der sich Zeit seines Lebens der Malerei widmete.

(U. G.)

Ursula Grammel  (Foto: Regina Brocke)

Ursula Grammel

1965 Studium der Architektur an der Staatsbauschule Stuttgart (heute Hochschule für Technik), Zwischenpraktikum im Büro und nach Abschluss des Studiums vierjährige Assistenz in der Lehre für Entwerfen und Innenraumgestaltung bei Prof. Paul Stohrer.

Danach Vertiefungsstudium in der Fachrichtung Städtebau an der Universität Stuttgart bis 1973. Anschließend Forschungstätigkeit am Städtebau-Institut in den Fachgebieten Städtebauliche Entwicklungsplanung, Stadterneuerungsplanung und Stadtgestaltung sowie mehrjähriger Lehrauftrag für Städtebau und Gebäudelehre an der Fachhochschule Biberach. Projekttätigkeit in Architektur- und Planungsbüros, Ausbildung und 1981 Große Staatsprüfung für Städtebau, Raumordnung und Landesplanung. Danach mehrjährige beratende und freiberufliche Tätigkeit in Singen / Hohentwiel, ab 1988 in Stuttgart bei der Steg, Gesellschaft für Stadtentwicklung in Stuttgart. Ab 1992 Leitung der Fakultätsbibliothek und Lehrtätigkeit am Städtebau-Institut der Universität Stuttgart. Seit 2004 im Ruhestand und freiberuflich tätig. Langjährige Preisrichtertätigkeit, Publikationen zu Ergebnissen aus Forschung und Praxis.

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