zurück

Koho Mori-Newton »Plötzlich ein Bild« - Eine Ausstellung an zwei Orten
16. September – 28. Oktober 2007

Der Name Koho Mori-Newtons steht für eine radikale Zeichenkunst, die mit den herkömmlichen Vorstellungen von Zeichnung und Bild bricht. Seit 1979 in Deutschland lebend und von internationalen Graphik-Kennern hoch geschätzt, ist die Präsentation in der Sammlung Domnick doch die erste Museumsausstellung des 1951 geborenen japanischen Künstlers. Über Jahrzehnte hat Mori-Newton weitgehend im Verborgenen ein eigenständiges Oeuvre geschaffen, das vom bildnerischen Eigenwert einer aller Repräsentationspflichten und emotionalen Ausdruckswerte befreiten Linie ausgehend nach dem Prozess der Bildwerdung generell fragt. Wie kommt es, wer bringt es eigentlich zustande: das, was wir als ‚Bild‘, als Komposition wahrnehmen? Wie viel Energie ist nötig, wie viel Spannung seitens des Werkes, wie viel Sensibilität und geschulten Blick braucht es beim Beschauer, um gestalterische ‚Nichtarrangements‘ als künstlerisch zündend, das Betrachten immer wieder herausfordernd zu empfinden?

In zum Teil wandgroßen Zeichnungen auf Papier, Leinwand und Holz, mit tuschegesättigten, schiefergrau schimmernden Seidenbahnen sowie einem Dutzend fragiler Objekt-Assemblagen wird Koho Mori-Newton diese Fragen einer je eigenen Beantwortung näher bringen, ohne aber den Betrachter zu einem »That’s it!« zu verführen. So wäre denn auch der einem Satz von Brice Marden (»The things that get painted out suddenly become images on their own.«) entlehnte Titel »Plötzlich ein Bild« eher als Frage denn als Aussage zu verstehen.

Koho Mori-Newton, geboren 1951 in Katsuyama, Fukui, Japan. Kunststudium an der Wako Universität, Tokyo (1972–1974), anschließend Studienreisen nach Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland und Afrika. 1979–1985 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Rudolf Schoofs und K.R.H. Sonderborg.

Werke in öffentlichen Sammlungen: Staatsgalerie Stuttgart; Staatliche Graphische Sammlung München; Staatliche Kunsthalle Karlsruhe; Morat Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Freiburg.
Projekte in Zusammenarbeit mit dem Architekten Peter Zumthor: Therme Vals/Schweiz; Haus Zumthor, Haldenstein/Schweiz; Museum Kolumba, Köln.

Die Ausstellung in der Sammlung Domnick wird um zwei Rauminstallationen im Kunstverein Nürtingen, die auch Werkgruppen von Gemälden enthalten, erweitert. Es erscheint ein Katalog in Deutsch und Englisch.

Homepage: http://www.drawingcenter.org/viewingprogram

Fotos © Stiftung Domnick und Koho Mori-Newton

Seitenanfang