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Lev Sivkov – Preisträger des Domnick-Cello-Preises 2009 –
und Ashot Khachatourian, Klavier : Gastspiel für Nürtingen

Samstag, 8. Mai 2010, 18 Uhr


Foto: Rudi Rach, 2009

Er war der Jüngste der Kandidaten beim letztjährigen Wettbewerb um den Domnick-Cello-Preis, und er war der Beste. Das bedeutet: der Beste der Besten, denn nur junge Cellisten von herausragendem Talent, ausgesucht von ihren jeweiligen Musikhochschulen, stellen sich den äußerst anspruchsvollen Programmvorgaben des Cello-Wettbewerbs für Neue Musik der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.
In der Begründung für die Preisvergabe am 14. Dezember 2009 attestierten der Juryvorsitzende Hans-Peter Jahn (SWR) und Prof. Jean-Guihen Queyras, künstlerischer Leiter des Wettbewerbs, allen Teilnehmern eine »sensationell dargebotene Leistung, die in ihrer Direktheit und Selbstverständlichkeit absolut begeisterte und bis vor zehn Jahren noch überhaupt nicht denkbar gewesen wäre.« Lev Sivkov, der Träger des Hauptpreises, verfüge als 19-jähriger Musiker über eine »phänomenale, interpretatorische Reife, eine technische Selbstverständlichkeit, die ungeahnte Wege der Freiheit ermöglicht. Beeindruckt hat die Jury über die drei Wettbewerbsrunden vor allem sein enorm breites Spektrum der Ausdrucksmöglichkeiten. Ihm steht als Cellist ein großer Weg bevor.«

Einer der ersten Schritte auf diesem großen Weg führt den soeben 20 Jahre alt gewordenen, im sibirischen Nowokusnezk geborenen Cellisten nun nach Nürtingen. Er wird begleitet von dem exzellenten, international erfolgreichen armenischen Pianisten Ashot Khachatourian, Jg. 1984. Auf dem Programm der Soiree stehen die folgenden Werke:

Ludwig van Beethoven (1770–1827)
__ Sieben Variationen über das Thema »Bei Männern, welche Liebe fühlen« aus Mozarts Oper »Die Zauberflöte« Es-Dur für Klavier und Violoncello (1801)

Sergej Rachmaninow (1873–1943)
__ Vier Sätze aus Six Moments musicaux op.16 für Klavier solo (1896)

Henri Dutilleux (* 1916)
__ Trois strophes sur le nom de Sacher für Violoncello solo (1970)

PAUSE

Ludwig van Beethoven (1770–1827)
__ Sonate für Violoncello und Klavier Op. 5 Nr. 2 g-moll (1796)

Bohuslav Martinu (1890–1959)
__ Variationen über ein slowakisches Thema für Violoncello und Klavier (1959)


Lev Sivkov, geboren 1990 in Nowokusnezk/Russland, erhielt seine erste musikalische Ausbildung in früher Kindheit von seinen Eltern. Im Alter von fünf Jahren nahm er Cello-Unterricht bei Eugenij Nilov an der Musikschule Nowosibirsk. Mit zehn Jahren wechselte er an die Musikakademie der Stadt Basel, studierte dort Violoncello im Hauptfach bei Ivan Monighetti sowie Komposition im Nebenfach bei Roland Moser. Seit 2009 ist Lev Sivkov als Bachelor-Student an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart eingeschrieben, in der Klasse von Conradin Brotbek.
Künstlerisch arbeitete Lev Sivkov mit zahlreichen Musikerpersönlichkeiten von Rang zusammen: außer den bereits Genannten mit Mischa Maisky, Frangis Ali-Zade, Sofia Gubaidulina, u.a.m.

Auszeichnungen:
1999 Russischer Musik-Wettbewerb, Nowokusnezk (Erster Preis)
2001 International Competition, Krasnojarsk/Russland (Erster Preis)
2004 Gavrilin International Governor Competition for Young Musicians, Wologda/Russland (Erster Preis)
2004 Musikwettbewerb, Nowosibirsk (Erster Preis)
2005 International Lutoslawski Competition, Warschau (Prize of the Jury)
2006 Tongyeong International Music Festival / Isan Yun Competition, Tongyeong/Süd-Korea (Halbfinalist)
2009 Cello-Wettbewerb für Neue Musik der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (Erster Preis/Domnick-Cello-Preis)

Verleihung des Domnick-Cello-Preises am 14. Dez. 2009:
Lev Sivkov und Ministerialdirigent Thomas Knödler, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Domnick, im Kreise der Juroren Prof. Eva Böcker, Prof. Jean-Guihen Queyras, Prof. Jürg Wyttenbach und Prof. Conradin Brotbek (v.r.n.l.)
Foto: Rudi Rach




Ashot Khachatourian, 1984 in Baku/Aserbaidschan geboren, begann seine Ausbildung am Klavier ebenfalls im Alter von fünf Jahren an der Charles Aznavour Musikschule in Eriwan/Armenien bei Valentina Nikolajeva, einer Schülerin von Heinrich Neuhaus. Sein anschließendes Studium an der Musikakademie Arno Babadjanian in Eriwan bei E. Galoustova schloss er mit Diplom und Auszeichnung 2001 ab. Auf Einladung in die Schweiz setzte er bei Paul Coker in Neuchâtel und Pierre Goy in Lausanne seine Studien fort.
Ashot Khachatourian besuchte zahlreiche Meisterklassen, u.a. bei Vladimir Krainev, Elisso Virsaladze und Elisabeth Leonskaja. Zuletzt studierte er an der Musikakademie Basel bei Laszlo Gyimesi und Gérard Wyss und nahm 2008 sein Solisten-Diplom mit Auszeichnung in Empfang. 2009 wurde er durch die Stiftung Migros-Kulturprozent, Zürich, gefördert.
Von Ashot Khachatourians internationalen Wettbewerbserfolgen seien hier die jeweils ersten Preise der Instrumentalwettbewerbe für junge Talente in Eriwan und in Moskau 2001 erwähnt, des Klavierwettbewerbs Virtuose du futur in Crans Montana/Schweiz 2007, des Giovanni Foundation Management-Klavierwettbewerbs sowie der Basel Orchestra Foundation Audition.
Ashot Khachatourian musizierte mit bedeutenden internationalen Orchestern und Solisten, darunter das Orchestre National de France, das Sinfonieorchester Basel, die Münchner Philharmoniker sowie die Cellisten Mischa Maisky und Ivan Monighetti. Er ist als Solist wie als Kammermusiker in ganz Europa, Russland, Lateinamerika und den USA gefragt.

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